Grenzen des Zwangs - Soziale Arbeit im Wandel
Reihenbandnummer: 113
Umfang/Seiten : 136 Seiten
Einband: Paperback
Erscheinungsjahrgang: 2009
Erscheinungsjahr: Dezember
ISBN13: 978-3-937461-64-9
15,00 EUR
Öffentliche (Heim-)Erziehung ist Zwang – so hat Timm Kunstreich das Verhältnis bis Anfang der 1980er in Heft 106 (2007: 11) charakterisiert, in dem kontroverse Positionen zu der zunehmend positiven Konnotierung bzw. ‚Normalisierung‘ von Zwang als sozialarbeiterische „Hilfe“ diskutiert wurden. Im Fokus standen die Hilfen zur Erziehung sowie die zunehmend auch in der Disziplin vertretene These, Zwang stelle eine legitime sozialpädagogische Option dar. Im vorliegenden Heft schließen wir an die fruchtbare und kontroverse Debatte an. Sie ist nicht nur in den kritischen Diskursen um die Rolle und Funktion der Sozialen Arbeit virulent, sondern beschäftigt vor dem Hintergrund des Wandels der wohlfahrtsstaatlichen Arrangements Profession wie Disziplin.

SCHWERPUNKT-Beiträge: Dario Melossi: Die wandelnden Repräsentationen des Kriminellen; Holger Ziegler: Ein Kulturkampf in Profession und Disziplin. Bilder Sozialer Arbeit und Repräsentationen ihrer AdressatInnen – Ein Kommentar zur Debatte in diesem Heft; Norbert Wohlfahrt und Heinz-Jürgen Dahme: Die Kontrolle der Überflüssigen: Anmerkungen zum Formwandel Sozialer Arbeit im aktivierenden Sozialstaat; Mathias Schwabe: „Gewalt“, „Zwang“ und „Disziplin“: dunkle Gestalten an der Wiege sozialer Entwicklungen; Ulrike Urban-Stahl: Nicht ob, sondern inwiefern: Soziale Arbeit braucht die Debatte um die Legitimation von sozialer Kontrolle; Carsten Höhler: Zwangselemente in der Heimerziehung und ihre Bewertung durch die Kinder und Jugendlichen FORUM-Beitrag: Kurt Möller und Nils Schuhmacher: Raus aus der rechtsextremen Ecke. Was bewirken Repression und institutionelle Sanktionierung?